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EINE MÖRDERBALLADE - oder am siebten Tage sollst du ruhen

2002
Uraufführung von formation poe:son
Produziert und uraufgeführt 2002 in Hamburg wurde das Stück in Zürich wiederbelebt und feierte 2005 Schweizer Premiere.

Auf der Suche nach dem Wesen des abgründig poetischen verschränkt Bürgin eine moderne Adaption Büchners "Woyzeck" mit den Murderballads von Nick Cave.

Eine herbe Ballade in sieben Strophen. Rauh, trocken und nördlich die Protagonisten, ebenso pur ist die Bühne reduziert auf wesentliche Requisiten.
Ingeborg Bachmann behauptet: "die Gesellschaft ist der grösste Mordplatz."

Das innerliche absterben, das psychologische Verbrechen, die im Mikrokosmos stattfindenden Verletzungen zwischen zwei Menschen stehen im Fokus dieser Inszenierung.

Die Frage Büchners: "was ist es, was in uns lügt, stiehlt und mordet ..." war der Ausgangspunkt dieser Arbeit.
Spiel





Konzept/Regie
Musik

Figurenbau/ -spiel
Bühne/Licht
Patricia Nocon
Felix Lampe
Nathan Prentice
Stefan Hartmann
Vanessa Valk

Sarah Maria Bürgin
Felix Schärer
Fränzi Bürgin
Vanessa Valk
Jens Burde
Es ist eine heutige Ballade von sieben Nächten des Liebespaares Louis und Louise. Ein neuer Mitbewohner platzt in die Wohnung und das gerade entstehende Idyll des Päärchens. Zusätzlich verliert Andres, der beste Freund des Paares seine Wohnung und zieht provisorisch bei Ihnen ein.

Eine junge Frau mit einem Wesen in ihrem Mantel, einzig bemerkt von Louis spricht seltsame Dinge und scheint Teil des Ortes zu sein. Subtil fängt eine Annäherung zwischen Louise und dem Mitbewohner Justin an. Die Eifersucht verzerrt Louis Wahrnehmung. Er kann sein Misstrauen weder begründen noch beweisen, ihm fehlt das Alibi: "man müsst's sehen, man müsst's greifen können mit fäusten...es müsst was an dir sein" (Büchner).

Louis sucht bei seinem Freund Andres Hilfe. Dieser träumt aber nur von Mord- und Vergewaltigungsgeschichten. Louis immer mehr in Verschwiegenheit versinkend flüchtet in seine innere Einsamkeit und zerstört letztlich das ihm liebste.


Die Figur des Engels mit dem ungeborenen Baby weist als Metaebene auf die Sensibilität Louis hin. Er ist es, der als einziger den Engel mit ungeborenem Baby erkennt und die Stimme dieser Figur, die da zu ihm spricht, vernimmt. Einzig hat diese Figur Zugriff auf das "Innere" Louis alias Woyzeck. Er kann seine Empfindungen nicht formulieren und verliert sich immer mehr in dieser "Traumsequenz". Ein filmisches Element zeichnet sich ab, die Nahaufnahme - Nah am Menschen, nah am Zuschauer, nah am Menschlichen.

Die Szenen sind in die Musik eingebettet. Felix Schärer hat die Mörderballaden von Nick Cave neu interpretiert und für die ganze Inszenierung eine Komposition gemacht, die aus Geräuschen und Beats sowie den live gespielten Mörderballaden besteht. Geprägt von Melancholie unterstützt die Musik das innerliche Zugrundegehen der Figur Louis. Die Figur des Andres spricht, erzählt und singt die Geschichten der Mörderballaden.

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